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Internationalisierung

Plagiarus Award

Berichtet auf Spiegel Online: anlässlich der Gütermesse Ambiente in Frankfurt, wurde der „Plagiarus Award“ verliehen. Mit diesem Preis „ehrt“ die Jury die dreistesten Fälle von Ideenklau und Plagiarismus. Der Artikel erwähnt auch, dass immer nicht nur asiatische sondern auch immer mehr europäische Unternehmen abkupfern. Ich glaube, im asiatischen Umfeld gilt das Kopieren nicht unbedingt als Delikt: die Tradition lehrt, dass ein gelehriger Schüler seinem Meister nacheifert.

Aber auch in Deutschland war der Ideenklau Methode… für die Sanierung der Region Schwaben. Im 19. Jahrhundert liess König Wilhelm I. von Württemberg Maschinen und Anlagen aus aller Welt in Stuttgart ausstellen und forderte die Menschen auf, diese zu kopieren und zu verbessern. Durch diese Massnahme sollte die Industrialisierung und die Entwicklung der damals armen Region vorangetrieben werden. Und heute wird die Region unter anderem bewundert für seinen Erfindungsreichtum, die ansässige Automobilindustrie und Maschinenbau.

In dieser Zeit lagen die Menschen und Länder noch räumlich und zeitlich weit auseinander. Konkurrenten gab es nur in der unmittelbaren Nähe, auf den internationalen Märkten gab es genug Platz für fast alle Unternehmen. Ein Ideenklau wurde damals nicht so schnell entdeckt und hatte wohl auf dem internationalen Markt auch keine solche Bedeutung wie heute.

Aber mit dem Fortschritt spielte räumliche Trennung immer weniger eine Rolle und Information wurde immer schneller übertragen. Heute reisen Konsumten in die entlegensten Regionen der Welt, ordern weltweit ihre Produkte oder legen ihr Geld in fremden Kontinenten an. In einem solchen Klima entsteht eine Hyper-Konkurrenz in der die Unternehmen sich voneinander abheben müssen. Und je internationaler die Unternehmen agierten, desto grösser wurde auch der Konkurrenzkampf und um so wichtiger wurde auch die Differenzierung voneinander. Und so wurde auch der Ideenklau nicht mehr als Kavaliersdelikt gesehen.

Aber ich froh zu sehen, dass man Ideenklau nicht unbedingt vor Gericht regelt, sondern augenzwinkernd mit einem „Preis“ belegt.

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Brian Heumann

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