you're reading...
Internationalisierung

Indien profitiert von der Globalisierung

India (Wikipedia)Olaf Ihlau berichtet in der Online Ausgabe des Manager Magazin über den Aufstieg Indiens als internationaler „Dienstleister der Welt“. Dieser Artikel bezieht seine wesentlichen Aussagen aus dem neuen Buch von Olaf Ihlau.

Eine interessante Zahl nennt der Artikel für die Techniker unter uns: pro Jahr bilden Indiens Universitäten 500.000 Studenten in Informatik, Technik und Ingenieurwesen aus — im Vergleich: in Deutschland sind das jährlich 40.000 Studenten, das sind weniger als 10% des indischen Output… Das sind in der Tat beeindruckende Zahlen, auch im internationalen Vergleich mit anderen Ländern.

Viele Kollegen in meiner Branche belächeln (noch) die Qualität der IT-Arbeit aus Indien oder anderen Niedriglohnländern. Und wenn eine Entscheidung über Projekte oder Standorte zugunsten Indiens fällt, führen sie dass (noch) auf den reinen Kostenfokus der Controller zurück. Aber aus persönlicher Erfahrung kann ich nur berichten, dass die Qualität steigt und zwar sehr schnell. Mittlerweile haben sich auch dort Cluster von Fachkräften gebildet, die sich gegenseitig befruchten und antreiben, ähnlich wie die Autoindustrie im Stuttgarter Raum oder der Bergbau im Ruhrgebiet. (Im wesentlichen ähnelt die Situation in der IT der der Autoindustrie vor ca. 20 Jahren als Japan und Korea vor ca. auf die internationalen Märkte strebten — auch was das überhebliche Lächeln anging.)

Aber Bangemachen gilt nicht: wenn man nun nur 10% des intellektuellen Outputs von Indien hat, dann gleicht die Situtation einem Spiel von 1:10 Spielern. Mit roher Kraft allein wird man nichts reissen können, da muss man schlauer arbeiten und effizienter. Zum Beispiel an neuen, kreativen Ideen; mit viel Synergie aus anderen Fachgebieten; und Infrastruktur und Tools nutzen wo es nur geht, z.B. mehr ausbilden oder mit Unis zusammenarbeiten; und differenzieren wenn möglich; und weg von standardisierten Methoden oder Arbeitsprodukten oder -dienstleistungen.

Ausserdem kann man den Aufstieg Indiens als Chance sehen: gemessen an den Bevölkerungszahlen Indiens (mehr als 1 Milliarde Bewohner) ist die Zahl der Studenten vergleichsweise geringer als hierzulande. Sobald aber die restliche Bevölkerung auch vom Wachstum profitiert (was auch mehr und mehr passiert), dann werden mehr IT Produkte und Dienstleistungen gefragt sein. Und wenn IT Hersteller ihre Produkte für den indischen Markt internationalisiert haben, wird Ihnen auch der gute Ruf deutscher Produkte beim Marketing helfen.

technorati tags:

Advertisements

Diskussionen

Ein Gedanke zu “Indien profitiert von der Globalisierung

  1. Update: der Input (also die Zahl der Studienanfänger) ist laut Bitkom nur 27.000 Studenten/Jahr…

    Verfasst von Administrator | 30.11.2006, 14:46

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Brian Heumann

%d Bloggern gefällt das: