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Internationalisierung

Buchbesprechung

Über die freien Tage habe ich mir die Zeit genommen und ein paar Bücher aus meinem „Lesestapel“ vorgenommen. Natürlich wird der Stapel nicht unbedingt kleiner, wenn ich Bücher wie Wohlstand durch Globalisierung. Warum wir offene Grenzen brauchen geschenkt bekomme… zum Glück!

Nun also zum Buch. Das hat Prof. Thomas Apolte geschrieben, der Wirtschaftspolitik an der Universität Münster unterrichtet.

In diesem Buch bechreibt Apolte, wie die Globalisierung zum allgemeinen Wohlstand aller beiträgt. Als Aufhänger benutzt er die Kritik an der Globalisierung und geht auf manche oft gehörte Argumente ein, z.B. dass die Globalisierung zur Ausbeutung der Ärmsten führt oder unsere Sozialsystem ruiniert. Mit einfachen Beispielen und klarer Sprache beschreibt er wie die Globalisierung dennoch ein Segen sein soll.

Er zeigt die grundlegenden Denkfehler vieler Globalisierungskritiker auf und wie sie zu falschen Schlussfolgerungen führen. Er belegt dass an den Themen wie Handel, Reichtum und Armut, Macht und Wettbewerb, Strukturanpassungen und Sozialsysteme, sowie Umwelt und Sozialstandards. Er schliesst mit einem Plädoyer für eine Welt der offenen Grenzen.
Apolte schreibt in sehr klarer Sprache und verwendet einfache Beispiele, die aber gut „skalieren“, d.h. auch funktionieren wenn viele Beteiligten oder grosse Summen ins Spiel kommen. Er hat die Gabe dadurch komplexe Zusammenhänge mit einfachen Worten zu beschreiben, so dass jeder seinen Argumenten folgen kann.

Was mich am Buch aber wirklich stört ist seine Polemik. Seine Idee die Inhalte durch eine Kritik an der Globalisierungskritik zu kommunizieren stösst mir etwas sauer auf. So verschwendet er gut und gerne 3-4 Kapitel darauf, den Argumente der Globalisierungskritiker aufzulauern, zu sezieren und dann (endlich, endlich!) zu widerlegen. Dann kommen seine guten Inhalte ins Spiele. Abschliessend nochmals Sticheleien, bevor wir zum nächsten Thema kommen. Ich denke, ohne diese Polemik würde das Buch auf knapp 2/3 des ursprünglichen Inhalts schrumpfen und Apoltes Inhalte noch besser zur Geltung bringen.

Leider ist das Layout des Buchs auch nicht sehr lesefreundlich: es gibt nur wenige Überschriften, wenig Zwischenraum (Whitespace), Listen oder andere Mittel, die An-Haltspunkte für das Auge bieten. Beim Blättern muss das Auge eine ziemliche Text- und Buchstabenwüste überstehen.

Insgesamt ein Buch mit guten Inhalten, aber mit zuviel Polemik und nicht gut leserlich. Aber der Schreibstil macht mir Lust, auch mal ein paar andere Sachen von Apolte auszuprobieren.

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Brian Heumann

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