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Internationalisierung, Marketing, Mobile, Web

Social Web for President

Zur Zeit tobt der Wahlkampf in den USA und die beiden grossen Parteien der Demokraten und der Republikaner halten ihre „Preliminaries“ ab: in den einzelnen Bundesstaaten treten die Kandidaten in einen Parteiinternen Miniwahlkampf an, um so den nationalen Kandidaten für die Präsidentschaft 2009 zu küren. Wegen des Auf und Abs speziell bei den Demokraten findet das ganze Spektakel ein grosses Medienecho.Dabei finde ich das Web Marketing des demokratischen Kandidate Barack Obama einfach hervorragend! Auf seiner Webseite kann man sehen, wie sie geschickt verschiedene Features und Netzwerke kombiniert und nutzt. Schauen wir uns ein paar Features mal näher an.

Obama Homepage

Homepage

Die Redaktion arbeitet sehr, sehr schnell. Gerade erst war der Slogan „Yes, we can“ in einer Rede verwendet worden, und schon ist sie der Teaser auf der Homepage. Das visuelle Design ist – nun, ja – sehr national eingestellt: mit blau, rot, weiss als Grundfarben. Das passt sicher zu den beabsichtigten Aussagen und Meinungen. Ansonsten ist das Layout sehr übersichtlich und aufgeräumt, mit einer übersichtlichen Hauptnavigation und mehreren Subnavigationen in Blöcken (s.a. „Social Web“ weiter unten). Inhaltsbereiche sind durch Rahmen, Hintergrundfarben und Abständen klar getrennt.Die „Call to actions“ sind auch sehr deutlich und klar erkennbar, z.B. „Donate Now“ oder „Volunteer“.

Blog

Natürlich hat die Homepage ein Blog. Es wird mit mehreren Artikeln pro Tag aktualisiert und jeder der Artikel hat mehrere hundert oder gar tausende von Kommentaren. Das deutet auf eine sehr hohe Reichweite innerhalb der Gruppe der Internetnutzer hin.

Ethnisches Marketing

Wie bereits in anderen Einträgen beschrieben, sind die hispanischen US Amerikaner eine schnellwachsende und einflussreiche Gruppe. Und mehr und mehr Firmen, z.B. Ford, sprechen diese ethnische Gruppe gezielt an.

Obama Website: Link auf spanische Version

Auf der Website ist ganz prominent rechts oben ein Link platziert, der auf die spanische Website hinweist. Diese Website hat nicht das gleiche Design und auch nicht alle Inhalte, aber alle wesentlichen Informationen zu der laufende Kampagne.

Social Web

Obama: Social Netwoks

Auf der Website sind Links zu allen wesentlichen Social Web Plattformen oder Web 2.0 Netzwerken aufgelistet. Interessant, wie sehr das Web Marketing diese Social Web Plattformen nutzt und wie verschieden sich der Kandidat in den einzelnen Netzwerken präsentiert. Z.B. ist das LinkedIn Profil sehr nüchtern gestaltet während die MySpace Seiten eher „chaotisch“ daherkommen (wie es in dieser Community auch eher üblich ist). Die Gestaltung ist also den jeweiligen Zielgruppen angepasst, ist aber immer wiedererkennbar.

Mobile Web

Unter dem Link „Obama Mobile“ verbirgt sich eine Seite, die auf die SMS Inhalte hinweist und auf einen seperaten Twitter-Kanal hinweisen. So werden zeitnah Information an alle interessierten Journalisten, Wahlkampfhelfer und Wähler verteilt. Eine solche umfangreiche Kampagne für das Mobile Web habe ich bisher nicht gesehen.

Disclaimer

Damit möchte ich erst mal die Betrachtung des Web Marketing des Herrn Barack Obama abschliessen. Ich habe längst nicht alles untersucht, sondern nur auf die Highlights hingewiesen, die sie von „gewöhnlichen“ Web Marketing Kampagnen unterscheidet. Zudem ergreife ich keine Partei für irgendeinen Kandidaten, ich wurde aufgrund des Medienechos auf die Website aufmerksam. Gerade weil die Kampagne in den verschiedensten Communities spielt, hat sie meine Neugier geweckt.

Rückschlüsse

  • Wie bedeutsam sind die sozialen Plattformen geworden! Nicht nur für die Wirtschaft sondern auch für die Politik. Daneben wirken die hiesigen politischen Kampagnen geradezu antik.
  • Ich bin gespannt, wie mit dem Kontrollverlust umgegangen wird. Denn in den Communities wird durchaus heftig und kontrovers diskutiert, und das ein Herr Obama sein Profil einstellt, heisst nicht, dass alle andere verstummen.
  • Die differenzierte Ansprache von verschiedenen Zielgruppen oder Marktsegmenten ist im Web einfacher und leichter als in anderen Medien, z.B. durch Verlinkung, unterschiedliche Plattformen usw.
  • Das mobile Web verbreitet sich immer mehr und wird als zusätzlicher Kanal oder Option (je nachdem, wie man es fährt) verwendet. Aber noch sind die Features für das mobile und das „stationäre“ (?) Web sehr stark getrennt. Ich wünsche mir eine (1!) intelligente Website, die das Gerät erkennt und automatisch die Inhalte, Formate etc. anpasst. (Ich weiss, das gibt’s bereits, steckt aber noch sehr in den Kinderschuhen!).

Links

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Brian Heumann

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